Donnerstag, 5. Februar 2009

Gruselgeschichten

Zwei interessante (und ausgesprochen erschreckende) britische Geschichten sind mir in den letzten Wochen zu Ohren gekommen und sind die Begründung für 2 britische Phänomene. Die eine ist die Begründung für die allgegenwärtigen Überwachungskameras und die andere dafür, dass es keine Stehplätze mehr gibt in englischen Fußballstadien.

Hillsborough Disaster: 1989 gab es einen Unfall in dem Stadion, in dem ich einige meiner Prüfungen hier geschrieben hab:



Beim Halbfinale des FA Cups zwischen Liverpool und Nottingham Forest kam es zu Verspätungen von Liverpool Fans, weil auf der einer der Straßen nach Sheffield ein ungemeldeter Unfall war. Das heißt kurz vor Spielbeginn bildete sich eine riesige Masse Fans vor dem Stadion. Da es aber sehr langsam ging mit dem reinlassen, wurde die Menge etwas ungeduldig. Jeder, der schon mal bei einem Spiel war, kann sich bestimmt vorstellen, wie ein Großteil der Masse reagiert, wenn man von draußen den Spielanpfiff hört und das Anfeuern der Mannschaft. Es wurde extrem gedrängelt und in einer Panikaktion der Sicherheitskräfte wurden einige Tore geöffnet und die Menschen in Massen hineingelassen. Und durch die plötzliche Menschenansammlung wurden viele Menschen in den vorderen Reihen an die hohen Sicherheitszäune gedrückt und das so extrem, dass im Endeffekt 96 Liverpool-Fans zum Großteil einfach erstickt sind, weil sie nicht mehr Platz zum atmen hatten. Dann erst hat der Zaun nachgegeben.



Seitdem sind in englischen Fußballstadien nur noch Sitzplätze und keine Zäune mehr erlaubt. Die UEFA und FIFA haben diese Regelung auch für internationale Spiele übernommen.

Die zweite Geschichte ist noch weitaus unangenehmer und war wahrscheinlich ausgesprochen medienpräsent, nur war ich da noch zu klein um mich da tatsächlich dran zu erinnern. 1993 wurde in einem englischen Kaufhaus ein fast 3-jähriger Junge von zwei 10-jährigen entführt, geschlagen und getötet. (Wer sich für den genaueren Tathergang interessiert, kann dem Link folgen.) Dieser Fall wurde aufgrund von Überwachungskameras aufgeklärt und hat die britische Bevölkerung so erschüttert, dass sie ihn als Legitimation betrachten überall Überwachungskameras zu haben. Es werden wohl zwar nur 3% der Verbrechen mit Überwachungskameras aufgeklärt, aber trotzdem gibt es wohl kaum diese Datenschutzdiskussion. In Deutschland ist das ja teilweise ein heikles Thema. Hier hat man dagegen in jedem Pub, in jedem öffentlichen Gebäude, auf allen öffentlichen Plätzen Überwachungskameras. Ich kann nicht zur Uni gehen ohne nicht auf mindestens 10 Kameras zu sehen sein. Mir persönlich ist das ziemlich egal; es interessiert sich keiner dafür, ob und wann ich zur Uni gehe und da ich auch nicht vorhabe jemanden zu überfallen, fühle ich mich dadurch nicht gestört. Ich fühle mich allerdings auch nicht sicherer. Wie gesagt, heikles Thema, aber sollte sich jemand mal beim England-Urlaub fragen, warum die denn hier so auf CCTV abfahren, hat er jetzt die Erklärung.

Und nun noch das Wetter: Es hat die Nacht wieder geschneit. D.h. alles was die letzten Tage von den 10cm weggetaut war, wurde jetzt wieder draufgeschneit. Soll heißen, dass wir immer noch ca. 10cm haben (oder schon wieder.) Bin schon mal gespannt, ob jetzt wieder Chaos in der Stadt herrscht...

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