Mittwoch, 24. September 2008

IKEA und andere Schwierigkeiten

Eigentlich könnte ich den Blog statt "Auslandssemester" auch "wie man sich idiotisch anstellt" nennen. Angefangen bei harmlosen, aber nervigen Sachen, wie an der falschen Haltestelle aussteigen (das hab ich jetzt um die 5 mal gemacht); den Supermarkt an dieser riesigen Straße nicht finden; dem Busfahrer das Ticket mit der unbedruckten Seite zeigen; mit dem (immerhin kostenlosen) Stadt-Bus nach einer 3/4 Stunde dort aussteigen, wo man eingestiegen ist; Zugtickets für den falschen Tag kaufen; ohne Bargeld losgehen, obwohl man weiß, dass man welches braucht; beim Training auf der falschen Seite schwimmen (und natürlich prompt in jemand anderen rein); die Leute auch beim dritten Mal nicht verstehen usw. usf. Jaja, es ist ein hartes Leben hier. Sind alles verzeihliche Fehler und kam bei allen nur mit etwas mehr Zeitaufwand davon. Allgemein bin ich im Moment eigentlich nur gestresst, weil ich keine Zeit hab. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich im Moment fast nur damit beschäftigt bin, einkaufen zu gehen und an falschen Haltestellen auszusteigen und mich dann auch noch zu verlaufen.

Okay, die letzten beiden Tage...
Gestern hab ich in der Stadt Zeug für mein Zimmer gekauft, wie Poster und eine Schreibtischlampe. Danach sind wir zu zweit zum Tesco gefahren und abends noch zum Karaoke gleich hier nebenan. Es ist gerad "Freshers' Week". Mit den Wohnheimen hier funktioniert das anders als in Deutschland. Dort ziehst du ein und schließt (normalerweise) einen Vertrag bis zum Ende deines Studiums ab (man darf natürlich auch vorher ausziehen). Hier ist die Idee, dass alle Erstsemestler ins Wohnheim kommen, sich Freunde suchen und ab dem 2. Unijahr privat als WG wohnen. Ich wohne hier in einem richtigen Studentenviertel. Ich weiß nicht, wieviele Häuser es hier sind, die der Uni gehören und auch nicht, wieviele Studenten, aber schätzen würde ich grob auf 4000-5000. Letztes Wochenende sind alle eingezogen und kommenden Montag geht erst die Uni los. Tagsüber gibt es diese Woche nur ein bisschen organisatorischen Kram zu erledigen und nachts wird (vor allem bei den Erstsemestlern) nur gefeiert. Ist ja das erste Mal, dass sie ohne Aufsicht auf die Welt losgelassen werden. Auch wenn ich zugeben muss, dass auch mein erstes Semester zeimlich alkohollastig war, bin ich nun doch mittlerweile aus der Phase raus und finde diesen ganzen "kleinen Kinder" ziemlich nervig. Es hat also auch Vorteile nur mit Erasmus-Studenten zusammen zu wohnen, die auch alle keiner "Fresher" mehr sind.



Da wir erst sehr spät vom Tesco wiedergekommen sind und mir gesagt wurde, dass fast jeder Unisport erst nächste Woche anfängt, war ich dann übrigens nicht mehr Schwimmen. Und heute hab ich erfahren, dass das tatsächlich so ist und ich das Uni-Schwimmen erst nächste Woche Dienstag ausprobieren kann.

Heute war ich dann wie angekündigt bei IKEA Leeds. Mit meinem türkisfarbenen Koffer. Gekauft hab ich sehr viel, bezahlt nur 30 Pfund (fand ich einen sehr guten Preis, der Koffer war gut mit Kram gefüllt).



Das Losgehen ohne Bargeld hat der Bankautomat für mich behoben. Das falsche Zugticket hat mich auch nicht mehr gekostet und ich habe alle Haltestellen gefunden ohne extra Umwege zu machen!! Die meiste Zeitverschwendung war der Weg vom Sheffielder Bahnhof zum Wohnheim. Erst die Extrarunde mit dem Bus und dann den ganzen Weg nach Hause nur Stop&Go. Andrea, Karin, wenn ihr fertig seid mit Studieren, dann ändert ihr hier mal bitte was an den Ampelschaltungen. Die haben hier dringend Nachholbedarf!!! Und Andrea: Meine herzlichsten Glückwünsche :) !!
Nach meinem IKEA-Trip war ich wieder in Ponds Forge schwimmen. Und so blöd das Training am Montag war, so toll war es heute. Waren 6 Leute auf der Bahn (immer noch recht viel, aber ging schon), und ziemlich genau mein Tempo. War ein angenehmes Programm (auch wenn ich ewig gebraucht hab um zu verstehen, dass "IM" Lagen bedeutet, ich glaube, ich wurde ausgelacht, weil ich es beim 3. mal immer noch nicht verstanden hatte). Es war toll. Aber entschieden hab ich mich noch nicht :)
Und nach dem Training haben wir hier zu 16. "Sex and the City - The Movie" gesehen. War cool. Und jetzt werd ich noch ein bisschen auspacken und dekorieren.

Last, but not least, das Wetter: teils sonnig, teils verregnet, heute war's durchmischt. Die Nacht regnet's aber bestimmt.

2 Kommentare:

Katja hat gesagt…

Na wenigstens kommt bei dir der Bus. ;-)

Schwimmt ihr beim Training also wie im Straßenverkehr? Das wär ja für mich auch absolut nix.

Wie lobe ich doch das brasilianische "Einbahnsystem" - jeder hat seine eigene Bahn oder es gibt erst gar keine Bahnen (das führt aber dann zu sehr vielen unfreiwilligen Berührungen).

Viel Erfolg beim reduzieren der kleinen Fehler!

Susann hat gesagt…

jap, früher oder später kommt der Bus immer ;)

Bisher hab ich's beim Schwimmen so erlebt, dass die Bahnen abwechselnd mit dem und gegen den Uhrzeigersinn schwimmen. Damit es nicht so viele Schläge gegen die Hände gibt wahrscheinlich. Aber wenn du Rücken schwimmst und neben dir schwimmt jemand, berührst du den unfreiwillig bei fast jedem Zug. Hat halt alles seine Vor- und Nachteile...