Am Samstag flog ich also nach Dublin. Geflogen bin ich vom Doncaster/Sheffield Robin-Hood-Airport, der sich irgendwo außerhalb von Doncaster befindet. Dabei ist es eigentlich eine ziemliche Verhöhnung, dass "Sheffield" überhaupt im offiziellen Namen des Flughafens auftaucht; es gibt nicht mal eine direkte Verbindung. Also bin ich mit dem Bus zum Bahnhof, dann mit dem Zug nach Doncaster und dann mit dem nächsten Bus zum Flughafen. Das hat jedenfalls wider Erwarten alles super geklappt und auch mit dem Online-Einchecken hat alles funktioniert (ich werde langsam gut :D). Ich war viel zu zeitig da und habe die Zeit genutzt um ein bisschen Mathe zu lernen (die Prüfungen rücken immer näher, in 13 Tagen ist schon die erste.) Es war auch wunderbar leer:
Da bis dahin alles geklappt hatte, musste der Flieger dann eben Verspätung haben. Wenn ich aber die ganzen Informationen, die hier im Haus so zusammenkommen, betrachte, dann ist es bei RyanAir wohl eher die Ausnahme, wenn der Flieger pünktlich geht. Der Flug war leider vollbesetzt. Diesmal gab es aber zum Glück keinen tretenden Jungen hinter mir. Dafür einen Piloten, der seinen Pilotenschein im Lotto gewonnen zu haben schien. Mal davon abgesehen, dass er mit dem Halten der Geschwindigkeit in der Luft nicht so ganz klar kam, war das wohl auch seine erste Landung. Ich habe ja schon ein paar unsanfte Landungen mitgemacht, aber das war wie ein Absturz aus 2m Höhe. Die Armlehnen flogen hoch, ein paar Frauen schrien auf. Und als sich die Stewardess noch mal für die Verspätung entschuldigte, meinte ein Mann hinter mir, dass sie sich eher für die Landung entschuldigen sollte. Na ja, ich lebe ja noch (und fliege so bald nicht wieder mit RyanAir.)
In Dublin angekommen, war es mit der Ruhe auch wirklich vorbei; der Flughafen war gut gefüllt. Als ich dann endlich durch die Passkontrolle war, ging die Suche nach meiner Großcousine los. Ich wusste, dass sie theoretisch ungefähr eine Stunde nach mir ankommen sollte (sie flog an dem Tag auch erst von Lübeck aus wieder nach Dublin.) Ich hatte auch ungefähr eine Stunde Verspätung. Zum Glück bin ich aber nur sehr kurz umhergeirrt, bis ich dann eine Durchsage gehört habe, dass ich mich an der Flughafeninformation melden soll. Und da waren dann Stephanie (meine Großcousine) und ihre beiden Mitbewohnerinnen (die etwas fotoscheu sind.)
An dem Abend waren wir noch etwas essen und danach im Kino zu "Twilight". Eine kurze Bemerkung zu dem Film: eigentlich wollte ich ihn gar nicht gucken, weil mir das mit den Vampiren doch etwas zu sehr in Richtung Horror oder Thriller ging. Der Film gehört aber eindeutig nicht in dieses Genre. Es ist ein ausgesprochener Mädchenfilm, bei dem es eigentlich nur um die Liebesgeschichte zwischen einem (normalen) Mädchen und ihrem Vampirfreund geht. Also mochte ich ihn doch ganz gern ;)
Das erste, was mir an Dublin unangenehm aufgefallen ist, sind die Preise. Es ist ca. 1/3 teurer als in Deutschland. Die Mieten sind ebenfalls gepfeffert. Dafür verdient man natürlich im Schnitt weitaus besser und es werden wohl auch wenig Steuern vom Lohn abgezogen. Die Rezession macht sich dort im Moment wohl so bemerkbar, dass es keine Neueinstellungen mehr gibt.
Von den Dublinern hab ich natürlich nicht sonderlich viel mitbekommen, da ich ja nur 2 Tage da war. Meine Großcousine meinte, dass die Iren wohl relativ arbeitsfaul sind (und deshalb auch gerne Ausländer eingestellt werden) und wohl 30% am Freitag oder Montag anrufen und sagen, dass sie krank sind (diese Krankheit, die man von zu viel Alkoholgenuss bekommt...) Ansonsten sind sie ein bisschen unfreundlicher als die Engländer, d.h. wenn man jemanden fast(!) anrempelt, entschuldigt man sich nicht dafür.
Am ersten Tag machten wir dann eine Tour mit dem Sightseeing-Bus. Das Gute daran ist, dass man viel erklärt bekommt. Das Schlecht ist, dass es verdammt kalt war und da man sich im Bus ja nicht bewegt, hab ich ziemlich doll gefroren. Und man kann nirgends reingehen und keine guten Fotos schießen. Wir waren dann in der Guinness-Brauerei.
Von ganz oben hat man einen tollen Blick über Dublin:
Wir sind dann weiter durch die Stadt gefahren und durch den Phoenix Park. Dieser ist doppelt so groß wie der Central Park in New York und ungefähr 3-4 mal so groß wie der große Garten in Dresden, was ich sehr beeindruckend finde. (der Obelisk auf dem Bild steht in diesem Park und ist nach dem in Washington der zweithöchste der Welt)
Leider ist dann Stephanie's Mitbewohnerin umgeknickt und konnte nicht mehr laufen. Und da ich vorhatte, am nächsten Tag noch mal allein in die Stadt zu gehen, sind wir dann heimgefahren.
Der erste Tag war relativ trüb. Es hat zwar nicht geregnet, aber es war kalt, windig und bewölkt. Der zweite war aber wunderschön. Ich hab den Tag allein in Dublin wirklich genossen, die Sonne hat geschienen und ich hab viele tolle Sachen gesehen. Da ich ja das meiste den Tag davor schon gesehen hab, wollte ich mich auf die Suche nach der Oscar Wilde Statue machen. Der liegt in einem der Parks auf einem Felsen. Und natürlich wusste ich nicht mehr in welchem Park. Also bin ich Richtung Trinity College gegangen:
Und da fand ich es dann toll, dass ich zu Fuß unterwegs war, denn so konnte ich auf den Campus:
Die Bibliothek sah allerdings nicht so einladend aus (und man brauchte einen Studentenausweis um reinzukommen):
In einen Hörsaal reinzugehen, hab ich mich dann allerdings doch nicht getraut und die Ausstellung zum "Book of Kells" hab ich auch ausgelassen. Das ist die alte Bibliothek, die dort noch existiert, aber dafür zahlt man wohl heftig Eintritt und darf nichts anfassen. Also ging es weiter auf der Suche nach dem guten Oscar.
Dabei fand ich dann auch diesen wundervollen Park:
Aber keinen Oscar. Auf dem Weg durch den Park wurde ich dann von einem "Forscher" angesprochen, der der Meinung war, er könne Herkunft, Namen, Hobbys und auch Fachrichtungen per Lesen der Körpersprache (und was weiß ich noch) erraten. Da ich ja nicht unter Zeitdruck stand, fand ich es wirklich wahnsinnig putzig, wie er versucht hat, herauszufinden, woher ich denn komme (dass ich Tourist war, war offensichtlich, ich hatte einen Stadtplan und einen Fotoapparat in der Hand). Das einzige, das er wirklich auf Anhieb herausgefunden hat, war, dass ich aus Deutschland komme. Und ganz ehrlich, darauf würde ich auch generell tippen. Die Deutschen sind im Schnitt ziemlich reisefreudig und haben mit die größte Bevölkerung in ganz Europa. Alles andere zu raten wäre ziemlich dämlich (zumal ich ja auch nicht südländisch oder so aussehe.) Nun ja, er sollte jedenfalls noch ein bisschen weiter "forschen", bis er wirklich sowas errät ohne lange rumraten zu müssen.
Auf dem Weg zum zweiten Park kam ich an ein paar sehr schönen Buchläden vorbei, wo ich mich auch zusammenreißen musste, nichts zu kaufen. Aber ich hab's erfolgreich geschafft.
Im dritten Park fand ich dann schließlich, was ich suchte: Oscar Wilde
Und dazu gab es noch zwei Säulen mit Zitaten von ihm:
Danach bin ich wieder zur Liffey gegangen und hab ein bisschen fotografiert:
Dann machte ich noch einen Ausflug zum Fruit Market und zum Gerichtsgebäude "Four Courts":
Es wurde dann auch schon ziemlich dunkel und so bin ich dann zurück zu den Bushaltestellen gegangen. Und ein weiteres Mal an der Ha'Penny Bridge vorbei. Die hat ihren Namen, weil man früher einen halben Penny zahlen musste, um sie überqueren zu dürfen. Was ich etwas seltsam finde... ich dachte, ein Penny sei schon die kleinste vorhandene Münze. So sieht sie jedenfalls aus:
Dann ging es auch noch einmal an der Dubliner Weihnachtsdeko vorbei:
Und schließlich mit dem Bus zurück.
Der Rückflug verlief dann ohne nennenswerte Ereignisse. In Doncaster angekommen entschied ich mich aber dummerweise mit dem Bus zurück zu fahren und nicht mit dem Zug. Preislich hat es sich nicht viel genommen, aber ich hatte das Gefühl, dass wir alle 30 Sekunden angehalten haben. Damit waren wir dann auch ungefähr eine Stunde unterwegs (statt einer halben Stunde mit Zug.) Nun ja, ich kam ja irgendwann an.
Das einzige, was ich ein bisschen schade fand, war, dass ich erst so spät mitbekommen habe, dass der Phoenix Park ger nicht so weit vom Stadtzentrum entfernt ist. Mit dem Sightseeing-Bus kam mir das so weit weg vor, dass ich auf der Karte gar nicht erst versucht hab, ihn zu finden. Und dann waren es doch nur 2-3km. Aber so hab ich wenigstens etwas, was ich mir beim nächsten Mal angucken kann (nicht, dass schon ein nächstes Mal geplant wäre...)
Und jetzt kommt mein Lieblingsteil ;) Das Wetter... Mir wurde gesagt/geschrieben (und der Wetterbericht hat das so bestätigt), dass es in Sachsen wohl zwischen -20 und -15 Grad kalt sein soll. Als ich gestern ankam, war es ja zugegebenermaßen unter 0. Aber heute waren die Temperaturen schon wieder deutlich ueber 0 - im Moment sind es 3 Grad. Damit ist es hier wohl immer noch der kälteste Winter seit einem Jahrhundert. Fuer mich ist es eher ein relativ milder Winter. Find ich klasse :D Und recht trocken ist es dazu auch noch. Und uebrigens: Schadenfreude ist ein Wort, dass es im Englischen nicht gibt...
1 Kommentar:
Auf dem Bild wo Dublin von oben drauf ist, kann man es gut von oben sehen. ^^ aber mit dem Wort "schön" würde ich es da nicht betiteln. ehr im gegenteil...
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